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Chaos bei Wiener Polizei

by Petra Weber
( August 18 2008 12:48 )
Man redet von Bestechungen und das Weiterleiten von Amtsinterna. Die Behörden sind empört, die Bevölkerung schockiert.

Was der ehemalige Wiener Polizeichef Roland Horngacher berichtet, kann noch keiner richtig fassen. In seinem Bericht spricht er von Sachgeschenke, Bestechungen, unmoralischem Verhalten und illegalen Praktiken. Doch der ehemalige Wiener Polizeichef Roland Horngacher spricht nicht etwa von den Unterwelt von Wien, sondern von seinen ehemaligen Mitarbeitern, der Wienern Polizisten.

Roland Horngacher ist heute zwar jeglich suspendierter Wiener Landespolizeikommandant, hat jedoch einiges zu erzählen. Er veröffentlicht schwere Vorwürfe gegen hoch positionierte Polizisten. Laut Horngacher waren "einzelne Personen der höchsten Führungsebene der Wiener Polizei korrupt". In seiner Aussagen spricht er von einem "tiefen Sumpf" und einem "sagenumwobenen Filz". Bis jetzt wurden noch keine genauen Namen genannt.

Dabei berichtet Horngacher von verschiednen Geschenken, die die Polizisten annahmen. Ob Meissner Porzellan,  Schmuck, Geld oder anderem, die besagten Polizisten nahmen alles an.

Neben der Korruption spricht Horngacher ebenfalls von Übergabe von Amtsinterna an Casinos. Er erhebt Vorwürfe über die Weitergabe von Amtsinterna an verschiedenen Casinos. Die Daten selber habe Horngacher Anfang der 90er Jahre über Kleinen Glücksspiel gesammelt und ordentlich klassiert. Nun wurde genau diese geheime Polizei Daten an die Casinos Austria übergeben worden. Horngacher spricht von einem Skandal.

Doch die Casinos Austria weisen die Darstellung zurück und behaupten, nie einen geheimen Akt bekommen zu haben. Sprecher Martin Himmelbauer weist alle Vorwürfe zurück.

Polizei-Vizepräsidentin Michael Pfeifenberger erklärte, allen Anschuldigungen nachzugehen. Allerdings: "Die Vorwürfe sind nicht sehr konkret, in einigen Fällen sind es Dinge, die weit mehr als zehn Jahre zurückliegen."

Es steht weiterhin Zweifel, ob Horngacher die Wahrheit sagt oder einfach von sich selber ablenken will. Im Oktober 2007 wurde Horngacher im Straflandesgericht wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung des Amtsgeheimnisses in jeweils zwei Fällen zu 15 Monaten bedingt verurteilt worden.

 

 


 


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